Studie über Corporate Blogs
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Ein abgestimmter Workflow erleichtert das Bloggen in einem Unternehmen. Matthias Rauer zeigt in seinem Beispiel, wie ein Artikel für einen Unternehmens-Blog entstehen kann. Der Prozess von der Ideenfindung bis zur Veröffentlichtung sollte weitgehend standardisiert werden.
Grafik: Schematische Darstellung der Content-Produktion

Quelle: SeibertMedia
Spreadshirt ist nicht nur Marktführer für individuell bedruckte Bekleidung, sondern zählt in Europa auch zu den Web-2.0-Vorzeigeunternehmen. Andreas Milles ist Verantwortlicher für den Bereich Brand & Communication bei Spreadshirt. Im Interview spricht mein ehemaliger Chef, was sich seit dem Launch des Corporate Blogs im Juni 2006 getan hat.

Was war Ihre Motivation mit dem Bloggen bei Spreadshirt zu beginnen?
In erster Linie der direkte, ungefilterte Kontakt zu Kunden und Partnern. Darüber hinaus ist ein Blog als Kommunikationskanal sehr günstig (=kostenlos) und schnell eingerichtet. Ansonsten war nicht unbedingt eine große Motivation notwendig, um die Vorteile eines Blogs zu erkennen. Es passt zu uns, zu unserer “DNA” und Kultur – da wir bei Spreadshirt ja auch gewisse Überschneidungen sehen: ähnlich wie mit Blogs, Facebook, Twitter etc. geht es bei Spreadshirt darum, seine Meinung, seine Message auf das Medium T-shirt zu bringen.
Welche Chancen bietet Ihrer Meinung nach der Einsatz von Corporate Blogs für Ihr Unternehmen?
Wir können unseren Lesern einen Blick hinter die Kulissen anbieten, dadurch Distanz und Vorbehalte abbauen. Ziel und Chance ist es eindeutig, für seine Fans verfügbar zu sein, und für die Öffentlichkeit glaubhafte und authentische Einblicke zu gewähren.
Was sind Erfolgsfaktoren für Corporate Blogs?
Hmm, in erster Linie relevante Inhalte in einer hohen Regelmäßigkeit. Um es etwas ausführlicher zu formulieren:
- Frequenz. Ohne Frequenz keine (Stamm)Leser.
- Ein klares Gesicht und Profil: was erwartet die Leser, was sind die Themen, die man im Blog findet?
- Dialogbereitschaft & ein Blick über den Tellerrand. Auch wenn das teilweise Mut und ein wenig Geschick erfordert, da man dadurch verpflichtet ist, “360° Kommunikation” zu betreiben (z.B. auch schlechte Nachrichten proaktiv zu kommunizieren, Artikel so zu verfassen, dass Raum für Feedback und Anregungen sind)
- Die Einsicht, dass es eine Reihe von Partnern und Kunden gibt, die mindestens genauso viel Ahnung vom eigenen Produkt haben.
- Die Einsicht, dass Vorgänge und Zusammenhänge innerhalb eines Unternehmens für andere interessant sind – und dass die Offenheit eine Chance ist, glaubwürdig zu ein und wahrgenommen zu werden (was ja besonders kritische Faktoren sind – die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs dürfte gefühlt noch unter der eines Tabloids liegen, und wahrgenommen wird ein Corporate Blog meist dann, wenn man einen Coupon sucht oder als Kunde verärgert ist)
- Dass mindestens 30% der Mitarbeiter bloggen können und jeder etwas spannendes zu erzählen hat.
Nennen Sie bitte drei Corporate Blogs, die Sie persönlich gerne besuchen?
Im Grunde trenne ich nicht unbedingt zwischen “Corporate” Blogs und “normalen” Blogs. Gut gemachte Blogs, die unter einem Unternehmensdach betrieben werden, finde ich:
Danke für das Interview!
Die Raiffeisen Bank Lustenau war die erste bloggende Bank in Österreich. Andreas Liebhart startete im Juni 2008 mit dem Unternehmens-Weblog. Im Interview spricht er über die Idee und die Erfolgsfaktoren ihres Corporate Blogs.

Was war Ihre Motivation mit dem Bloggen im Unternehmen zu beginnen?
Die ursprüngliche Intention war, unsere Unterstützung für die lokalen Vereine und Organisationen besser zu kommunizieren. Wir hatten in einer Kundenumfrage gesehen, dass wir unsere Aktivitäten in diesem Bereich noch besser bekannt machen müssen. Nachdem wir uns für ein Blog als Medium entschieden hatten, ist das Spektrum der Beiträge noch weiter geworden. Unsere Beiträge gliedern sich in 5 Kategorien:
1) Partner: Das ist eine Plattform für die Partner, die wir im Rahmen unseres Mit.Einander Programmes unterstützen. Folgendes wird zu finden sein: Vorstellung von Vereinen und Organisationen, Ankündigung von Veranstaltungen sowie Berichte über Ehrungen und Preisverleihungen.
2) Über uns: Wir möchten Ihnen alles rund um die Bank ein wenig näherbringen. Runde Geburtstage der Mitarbeiter, Neueintritte und Pensionierungen aber auch bauliche Änderungen oder Erweiterungen finden Sie in diesem Bereich.
3) Veranstaltungen: Ankündigungen und Rückblicke von Veranstaltungen, die wir selber organisieren, werden hier zu sehen sein.
4) Neues: Hier berichten wir über neue Produkte und Dienstleistungen.
5) Interessantes aus dem Web: interessante Links und Kommentare zu Blogposts
Welche Chancen bietet Ihrer Meinung nach der Einsatz von Corporate Blogs für Ihr Unternehmen?
Raiffeisen ist eine Genossenschaftsbank. Von daher sind die Raiffeisenbanken eigentlich schon in ihrem Ursprung Web 2.0. In den Web 2.0 Medien wie z. B. dem Blog können wir dies auch nach außen tragen. Wir springen auf keinen Zug auf, wir waren schon immer in diesem Zug drinnen, auch wenn das vielleicht manchmal etwas vergessen worden ist. Der Kernsatz der Raiffeisenidee “Was dem einzelnen nicht möglich ist, vermögen viele!” ist eine pure Web 2.0 Aussage und aktueller denn je.
Was sind die Erfolgsfaktoren für Corporate Blogs?
Die Erfolgsfaktoren unseres Blogs ergeben sich aus der starken Berücksichtigung des Cluetrain Manifests. Das Blog ist für uns ein Kommunikations- und kein Vetriebskanal. Zusätzlich sind die durchgehende Personalisierung und das Bemühen um Authentizität in der Kommunikation zu nennen. Sicher hilft auch die Tatsache, dass wir die erste Bank in Österreich waren, die sich an ein Corporate Blog herangetraut hat.
Nennen Sie bitte drei österreichische Corporate Blogs, die Sie persönlich gerne besuchen?
- Blog von hüt.at
- anders denken von Hannes Treichl
- Zcope Blog
Danke für das Interview!
Link: Blog der Raffeisenbank Lustenau